Frastanzer Naturjuwele
Das Land Vorarlberg hat heuer ein aktuelles Biotopinventar präsentiert. Demnach verfügt Frastanz über 1312 Hektar besonders wertvolle natürliche Lebensräume, was einer Steigerung gegenüber der letzten Bestandsaufnahme entspricht.
Das Biotopinventar liefert einen Überblick über den Bestand und die Verteilung natürlich erhaltener Flächen, erhaltenswerter Kulturlandschaften, großräumiger Naturgebiete sowie Lebensräume seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Das erste Inventar aus den 1980er Jahren wurde von 2005 und 2009 vom Land Vorarlberg aktualisiert und heuer präsentiert.
Frastanz verfügt laut dem Inventar über eine noch beträchtliche Ausstattung mit besonders wertvollen Lebensräumen bzw. Biotopen. Unter anderem sind darin das Frastanzer Ried und die Magerheuwiesen auf dem Stutzberg aufgelistet. Die Gesamtfläche beträgt rund 1312 Hektar (inkl. Großraumbiotop Hinteres Saminatal), das sind etwa 41 % des Gemeindegebiets.

Frastanzer Ried im Herbst.
15% Zunahme von Biotopen
Im Zuge der aktuellen Erhebung wurden drei neue Biotope auf Frastanzer Gemeindegebiet in das Biotopinventar Vorarlberg aufgenommen, womit sich die Anzahl der Biotope auf 21 erhöht hat.
In Hinsicht auf die Flächenausdehnung der einzelnen Biotope ergaben sich zum einen Änderungen durch den Verlust von Biotopteilen, zum anderen wurden einige Biotope aber auch um weitere, im Zuge der Ersterhebung nicht inventarisierte Flächen ergänzt. Letztlich resultierte daraus eine Zunahme der Gesamtfläche auf etwa 485,5 Hektar, das sind rund 15 Prozent des Gemeindegebiets von Frastanz.
Frastanz als Vorbild
Im vom Land vorgelegten Bericht wurde Frastanz als Vorbild genannt. „Die Initiativen engagierter Bürger, wie das Komitee ‚Naturjuwel Frascht’ner Ried‘ und die ‚Aktion Heugabel‘, die Unterstützung und die Aktivitäten der Gemeinde und letztlich die Aufgeschlossenheit vieler Landwirte gegenüber dem ‚angewandten Naturschutz‘ trugen einiges zum Erhalt der Lebensräume der Gemeinde bei“, heißt es in dem Biotopinventar.
Landschaftsentwicklungskonzept
„Ein weiterer wichtiger Meilenstein stellt die Ausarbeitung eines Landschaftsentwicklungskonzeptes im Auftrag der Marktgemeinde Frastanz dar“, sagt Mag. Andreas Beiser, der den Bericht verfasst hat.
Ziel dieses Konzeptes ist es, neue Strukturen zu schaffen, in denen Biotoppflege und landwirtschaftliche Nutzung keinen Widerspruch darstellen. Durch verschiedene Maßnahmen wie die Entbuschung von Streue- und Magerwiesen sowie das Öffnen von Landschaftskorridoren, das Zurückdrängen des Waldes, soll in Zusammenarbeit mit Grundbesitzern und Bewirtschaftern die Vielfalt der Landschaft erhalten werden.
Was ist ein Biotop?
Unter Biotop wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein.
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Biotopinventar Frastanz (pdf-Datei, 2,14 MB)
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